Teufelskreis Lernstörungen: Die Arbeit mit dem Lernstruktur-Modell im Rahmen der integrativen Lerntherapie

Grundlage ist das von Betz / Breuninger Anfang der 80er Jahre entwickelte und an der Universität Essen evaluierte Modell Teufelskreis Lernstörungen (zuletzt veröffentlicht in der Ausgabe: Betz/Breuninger: Treufelskreis Lernstörungen, Theoretische Grundlegung und Standardprogramm, 5. Auflage 1998, BELTZ Psychologie Verlags Union).

Wenn verfestigte Lern- und Leistungsstörungen vorliegen, schulische Förderung nicht mehr greift, die Grenzen dessen, was die Lehrer/Innen bzw. Klassen verkraften können, erreicht werden, bietet eine außerschulische Lerntherapie eine mögliche Alternative der Förderung und Eingliederung.

Durch anhaltende Misserfolge sind nicht allein Persönlichkeitsentwicklung, Schul- und Berufslaufbahn des Kindes beeinträchtigt, sondern in hohem Maße wird auch die Familie belastet. Wenn schulische Förderung nicht ausreicht, wird außerschulische Hilfe erforderlich, um gemeinsam die negative Lernstruktur aufzubrechen.

Grundlage dafür ist das Erfassen und Analysieren aller Daten in einer individuellen Lernstruktur (s. Modell Teufelskreis Lernstörungen als positive und negative Lernstruktur in: Betz/Breuninger 1998, S. 46, sowie die Beispiele, S. 70ff.).

Wie gestaltet sich das Modell?

Das System gliedert sich in drei Kreisläufe:

  1. Innerpsychischer Teufelskreis

Mangelnde Motivation, inadäquates Arbeitsverhalten, Angst, Stress, Blockierungen verhindern ein erfolgreiches Lernen. Hemmende Erklärungen (wie „Ich lern das sowieso nie!“), Stigmatisierungen, Persönlichkeitsprobleme chronifizieren den Kreislauf ebenso wie eine verfestigte Misserfolgserwartung.

  1. Sozialer Teufelskreis

„Auffälliges“ Schülerverhalten (ob provokativ, aggressiv oder depressiv, gehemmt) ist

häufig eine Kompensation der Misserfolge. Selbst gut gemeintes Verhalten von Lehrern, Eltern oder Mitschülern wird dann vom Schüler oft repressiv, als Druck oder Strafe erlebt, was einen neuen Kreislauf von Kompensationen (Vermeidungsverhalten) und Repressionen (die Wirkung, nicht das Wollen ist entscheidend) auslöst. Inkonsistentes Erziehungsverhalten schaukelt den Kreislauf ebenso auf wie soziale Belastungsfaktoren.

  1. Pädagogischer Teufelskreis

Missverständnisse können Überforderungen und Enttäuschung zur Folge haben. Eine Fehleinschätzung der Defizite (Ursachen und Ausmaß) und unzureichendes Verständnis der Zusammenhänge führen zu Misstrauen, Vorurteilen, nicht passender Förderung und in der Folge zu weiterem Leistungsabfall.

Ziel der integrativen Lerntherapie ist das Erreichen einer positiven Lernstruktur, ausgehend von einer sorgfältigen und umfassenden Eingangsanalyse und Diagnostik, in Kooperation mit allen Beteiligten.

Näheres unter: www.lerntherapie-fil.de