Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Legasthenie tun sich oft auch schwer beim Erlernen einer Fremdsprache – selbst wenn sie in der Grundschule motiviert und spielerisch an die Fremdsprache herangeführt werden. Besonders das Schreiben bereitet dabei Schwierigkeiten.
Schüler*innen, deren Schulerfolg aufgrund ihrer Lese-Rechtschreibschwäche nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch – ggf. in einer zweiten Fremdsprache -gefährdet ist, geben häufig schnell auf und steigen aus dem Lernprozess aus, obwohl generell Legastheniker neuen Sprachen gegenüber meist eher aufgeschlossen sind. Der gut gemeinte Rat: „Du musst deine Vokabeln besser lernen.” hilft dann oft nicht, weil es betroffenen Schüler*innen viel schwerer fällt, Wortklang, -bedeutung und -bild als Einheit zu erkennen und zu lernen. Schnell stellen sich Frust, Vermeidung, Verzweiflung und Demotivation ein und nicht selten geben die Schüler relativ früh ganz auf. Damit haben sie deutlich schlechtere Chancen bezogen auf einen ihren Fähigkeiten angemessenen Schulabschluss und eine faire Studie- und Berufswahl.
Solide Englischkenntnisse im mündlichen und schriftlichen Bereich sind jedoch notwendig, um mindestens einen mittleren Schulabschluss zu erlangen. Junge Menschen, die bereits beim Lesen und Schreiben in der Muttersprache mit Problemen zu kämpfen haben, brauchen deshalb auch beim Erlernen der Fremdsprache eine spezielle Unterstützung, Verständnis und einen individuellen Nachteilsausgleich, damit ihre ansonsten vielfältigen Kompetenzen gesehen und nicht vergeudet werden.
(Angelika Nührig)
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